Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Silke Meermann | Britta Westermann
Praktische Tierärztinnen




Fütterung und Ernährungsberatung


Vor allem, wenn zum ersten Mal ein Welpe in die Familie kommt, ist die Frage nach der richtigen Ernährung ein wichtiges Thema. In der Tat benötigen Tiere im Wachstum eine spezielle Zusammensetzung an Mineralstoffen und Spurenelementen und können nicht einfach mit einem Futtermittel für erwachsene Hunde oder Katzen gefüttert werden. Dabei weiß man heute, dass bei vielen Stoffen eine Überversorgung ebenso gravierende Folgen für die Gesundheit – insbesondere Knochen und Gelenke – haben kann, wie ein Nährstoffmangel. Gerne beraten wir Sie, welche Futtermittel für Welpen und Jungtiere geeignet sind und wie Sie sie später auf die Erwachsenennahrung umstellen können.

Aber auch bei ausgewachsenen gesunden Tieren unterscheiden sich die Anforderungen an ein Futter: so benötigen beispielsweise kastrierte Tiere in der Regel weniger Energiezufuhr als unkastrierte Tiere – haben aber oftmals einen ebenso großen oder sogar noch größeren Appetit – hier gilt es, ein Futtermittel mit einer moderaten Kalorienzufuhr zu finden, von dem das Tier trotzdem satt wird.

Auch ältere Tiere haben einen niedrigeren Energiebedarf; außerdem sind die meisten Seniorenfuttermittel so konzipiert, dass sie Leber und Niere möglichst wenig belasten und die Gelenkfunktion unterstützen. Hier sollte möglichst zunächst durch eine klinische Allgemeinuntersuchung und einen Blut-Check-up geklärt werden, ob altersbedingte Veränderungen oder zusätzliche Erkrankungen vorliegen, bei denen medizinische Spezialdiäten (s.u.) angezeigt sind.

Die Frage nach der richtigen Nährstoff-, Mineral- und Vitaminzufuhr stellt sich vor allem auch dann, wenn nicht mit einem Alleinfuttermittel aus dem Handel, sondern mit selbst zubereiteten Rationen gefüttert oder geBARFt wird. Möchten Sie Ihr Tier ausschließlich mit selbst zubereitetem Futter ernähren, sollten Sie sich unbedingt vorher mit den Grundlagen der Ernährungsphysiologie des Hundes beschäftigen (Literaturempfehlung: H. Meyer und J. Zentek: „Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik“).

- So darf beispielsweise kein rohes Schweinefleisch an Hunde verfüttert werden, da dieses Überträger von Trichinen, aber auch Überträger des Aujezsky’schen Virus sein kann, welches beim Hund eine tödliche Infektion hervorruft!

- Auch kann beispielsweise das Verfüttern von Schlund vom Rind dazu führen, dass der Hund Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion entwickelt – dies liegt daran, dass der Schlund oft noch Schilddrüsengewebe enthält und die darin befindlichen Hormone des Rindes auch im Körper des Hundes wirken!

- Die Gewöhnung an Knochen in der Ration sollte langsam und in Maßen erfolgen, da es sonst zu Kotverstopfungen im Enddarm kommen kann.

- Darüber hinaus sind Kenntnisse über den Nähr- und Mineralstoffgehalt der verschiedenen Grundfutterbestandteile unbedingt von Nöten, um die Rationen für den Hund richtig zusammen zu stellen. Hierzu bieten auch verschiedene Institute eine Futtermittelanalyse und Rationsberechnung an (www.futtermedicus.de); darüber hinaus empfehlen sich regelmäßige Kontrollen der wichtigsten Blutwerte.

Mittlerweile gibt es aber auch verschiedene Anbieter, die portionierte Frischnahrung anbieten, welche von gleichbleibender Qualität und in ihrer Zusammensetzung dem Nährstoffbedarf des Hundes angepasst ist (www.paribal.de).

Unabhängig davon, ob Sie sich für ein Trockenfutter, für Dosen- oder Frischfutter entscheiden, empfehlen wir, solche Futtermittel zu füttern, in denen möglichst keine Konservierungs- und Zusatz- oder Lockstoffe enthalten sind. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass Ihr Tier kein Übergewicht entwickelt. Gerne können Sie zur regelmäßigen Gewichtskontrolle in die Praxis kommen!

Spezialfuttermittel bei bestimmten Erkrankungen

Bei vielen Erkrankungen ist neben der medikamentellen Therapie auch die Umstellung der Ernährung des Patienten auf ein medizinisches Diätfuttermittel erforderlich, um einen guten Behandlungsverlauf zu gewährleisten. Häufige Erkrankungen, bei denen eine Futterumstellung sinnvoll ist, sind beispielsweise Diabetes, Nierenerkrankungen sowie Harnsteine, aber auch Futtermittelunverträglichkeiten und Allergien.
Bei einer Zuckererkrankung oder Diabetes ist es einerseits entscheidend, dass Fütterung und Insulingabe immer möglichst regelmäßig zu festen Zeiten erfolgen. Darüber hinaus ist das Futter so beschaffen, dass der Zuckerspiegel nach dem Fressen nicht zu stark ansteigt, dann aber auch nicht zu schnell wieder absinkt. Die Einstellung des Zuckerspiegels über Fütterung und Insulin muss immer individuell erfolgen.

Bei Nierenfunktionsstörungen sollte ein Futter gewählt werden, welches einen niedrigen Proteingehalt, also einen niedrigen Eiweißanteil und außerdem niedrige Phosphatgehalte hat, da die Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels sowie das Phosphat über die Niere ausgeschieden werden müssen. Enthält das Futter weniger dieser Ausgangsstoffe, so muss dadurch die kranke Niere weniger Endprodukte ausscheiden und wird dadurch deutlich entlastet und ihre Restfunktion bleibt länger erhalten.
Liegt bei einem Hund oder einer Katze die Neigung zur Bildung von Harnkristallen und Harnsteinen vor, so muss ein Futtermittel ausgesucht werden, welches möglichst wenig der Stoffe enthält, die im Urin auskristallisieren und dadurch Harnsteine bilden. Auch die Zufuhr an Flüssigkeit, sowie die Einstellung des so genannten pH-Wertes (Säure-Base-Wert) über das Futter kann die Bildung bzw. die Auflösung verschiedener Kristalle entscheidend beeinflussen.

Auch entwickeln immer mehr Haustiere Allergien bzw. Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Futtermitteln. Dies sind häufig Rindfleisch, Kuhmilch und Laktose, Weizen und Gluten, sowie Hühnchenfleisch. Entsprechende Futtermittel für Allergiker enthalten daher entweder hydrolysierte Eiweißstoffe, die weniger allergieauslösendes Potential besitzen oder werden aus „exotischen“ Ausgangsstoffen wie beispielsweise Tapioka und Strauß, Lachs, Wild oder Pferdefleisch hergestellt (s. auch „Allergien beim Hund“). Besonders bei Allergikern ist es wichtig, dass Sie Futtermittel ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe füttern und dass alle Inhaltsstoffe auf der Packung deklariert sind!

Für Allergiker geeignete Futtermittel finden Sie u.a. auf folgenden Internetseiten:
www.paribal.de / www.vet-concept.de



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