Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Silke Meermann | Britta Westermann
Praktische Tierärztinnen




Keine Unterstützung von unseriösen Hundehändlern!


Häufig werden ahnungslose Welpeninteressenten durch vielversprechende Anzeigen in Zeitungen oder im Internet angelockt, in denen Mischlinge sowie Welpen verschiedener Rassen zu günstigen Preisen angeboten werden. Leider verbergen sich hinter solchen Inseraten oftmals unseriöse Hundehändler, für die nicht das Tier, sondern der Profit im Mittelpunkt steht. Die Welpen stammen häufig aus dem Ausland oder von „Hundevermehrern“ aus Deutschland. Sie werden dort oft frühzeitig von der Mutter getrennt und mit z.T. auch gefälschten Papieren, versteckt in Kofferräumen oder Transportern zu den Vermittlern gebracht. Dort werden sie dann den Interessenten gezeigt, welche sich häufig aus Mitleid für das ängstlich dreinblickende Hundekind sofort zum Kauf entscheiden.

Dabei bedenken viele Käufer nicht, dass die oftmals nicht artgerechte Aufzucht und die schlechten oder unzureichenden Erfahrungen mit Menschen den Hund nachhaltig prägen und Verhaltensstörungen nach sich ziehen können: nicht selten bleiben solche Tiere ihr Leben lang misstrauisch gegenüber Menschen und zeigen Probleme im Umgang mit Artgenossen. Auch Ängste vor eigentlich alltäglichen Umweltreizen sind leider keine Seltenheit. Die wichtigste Lern- und Entwicklungsphase des Hundes, die auch als „Präge-“ oder „Sozialisationsphase“ bezeichnet wird, findet ca. von der 8. bis zur 20. Lebenswoche statt – das, was in dieser Zeit verpasst wird, kann später kaum nachgeholt werden!

Auch gesundheitliche Probleme sind keine Seltenheit: viele Tiere sind verwurmt oder haben Flöhe oder Milben; der Impfschutz besteht oftmals nur auf dem Papier und durch die zumeist schlechte Nahrung wird Allergien und Gelenkerkrankungen Vorschub geleistet. Der „Preisvorteil“, den der Käufer eines Rassehundes zum „Schnäppchenpreis“ witterte, relativiert sich schnell, wenn Impfung und Entwurmung nachgeholt oder kranke Tiere behandelt werden müssen.

Bitte bedenken Sie, dass Sie mit der „Rettung“ eines solchen Welpen vielleicht einem einzelnen Hund helfen – gleichzeitig unterstützen Sie dadurch jedoch die dubiosen Machenschaften verantwortungsloser Hundehändler!!
Suchen Sie nach einem Welpen einer bestimmten Rasse, so setzen Sie sich mit dem entsprechenden Rassezuchtverband in Verbindung und lassen Sie sich dort eine Liste seriöser Züchter geben! Bedenken Sie, dass die Zucht von Rassehunden sehr kostenintensiv ist – ein Rassehundwelpe mit Papieren hat daher seinen Preis!
Ist es Ihr Anliegen, durch die Aufnahme eines Tieres etwas Gutes zu bewirken, so informieren Sie sich im Tierheim oder bei einem Tierschutzverein in Ihrer Nähe! Auch in Deutschland suchen jedes Jahr hundertausende Tiere unterschiedlichen Alters und verschiedenster Rassen ein neues Zuhause!

Was sollte Sie misstrauisch machen?

- Inserate in der Zeitung oder im Internet, wo „jederzeit Welpen verschiedener Rassen“ angeboten werden
- Welpen, die Ihnen ohne Muttertier präsentiert werden
- Welpen, bei denen Ihnen der Züchter nicht das genaue Geburtsdatum nennen kann
- Rassewelpen, die zu deutlich günstigeren Preisen verkauft werden als üblich
- Ausländische Impfausweise, bei Welpen, die angeblich in Deutschland geboren wurden
- Züchter, die Ihnen den Welpen nach Hause bringen oder „auf halber Strecke“ von Auto
- zu Auto übergeben

Worauf sollten Sie stattdessen achten?

- Seriöse Züchter halten eine, maximal zwei Rassen und eine überschaubare Zahl an Hunden insgesamt.
- Sie haben höchstens einen Wurf pro Muttertier pro Jahr, so dass Sie sich dort oft auf eine Warteliste
- setzen lassen müssen
- Egal, ob Sie sich für einen Rassewelpen vom Züchter oder für einen Mischlingswelpen vom
- Liebhaber entscheiden:

— Sie sollten das Muttertier und die Geschwister zu Hause besuchen dürfen
— Mutter und Welpen sollten im Haus oder im Auslauf mit engem Familienanschluss gehalten werden
— Sie sollten bereitwillig alle Papiere sowie Informationen über Geburtsdatum, Impfungen und
Wurmkuren bekommen
— Die Welpen sollten bei Abgabe mindestens 8 Wochen alt sein

Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung – auch wenn Sie noch kein Tier besitzen, beraten wir Sie gerne!

Über den Verband für das Deutsche Hundewesen (www.vdh.de) können Sie nach Züchtern Ihrer Rasse suchen. Auf der Seite der Tierfreunde Kamen e.V. (www.tierfreunde-kamen.de) können Sie sich informieren, welche Tiere hier in der Umgebung ein neues Zuhause suchen!



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