Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Silke Meermann | Britta Westermann
Praktische Tierärztinnen




Mitbringsel vom Mittelmeer – viele Hunde leider nicht getestet


Die so genannten „Mittelmeer“- oder „Reisekrankheiten“ haben in den letzten Jahren auch hier bei uns stark zugenommen. Dies liegt einerseits daran, dass immer mehr Besitzer ihre Tiere mit in den Urlaub nehmen als früher – andererseits werden aber auch über Tierhilfeorganisationen immer mehr Tiere aus Südeuropa nach Deutschland gebracht. Nicht wenige dieser Tiere tragen die Erreger verschiedener Erkrankungen in sich – und leider werden nicht alle Tiere von den Organisationen vor der Abgabe an ihre neuen Besitzer untersucht!
Frühzeitige Untersuchungen sind jedoch die wichtigste Maßnahme, um einerseits den Ausbruch der Erkrankung beim betroffenen Tier – andererseits aber auch die Übertragung auf andere Tiere und den Menschen zu verhindern!
Unerkannt verlaufen viele Erkrankungen tödlich!

Welche Erkrankungen gibt es?
• Babesiose („Hundemalaria“)
• Überträger: Auwaldzecke
• Risikogebiete: Süd- und Mitteleuropa; auch einige Gegenden in Deutschland!
• Erkrankung: der Erreger befällt und zerstört die roten Blutkörperchen und führt dadurch zu Blutarmut;
er löst hohes Fieber aus
• Achtung! Die Erkrankung verläuft häufig tödlich!

• Dirofilarien (Herzwürmer)
• Überträger: Mücken
• Risikogebiete: Süd- und Mitteleuropa; USA
• Erkrankung: der Erreger, ein bis zu 15 cm langer Wurm, befällt u.a. die Augen und das Herz!

• Ehrlichiose
• Überträger: Holzbock (= „normale“ Zecke); braune Hundezecke
• Risikogebiete: Süd- und Mitteleuropa
• Erkrankung: der Erreger befällt die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen und schädigt
dadurch die Immunabwehr und hemmt die Blutgerinnung; es kommt zu schweren Infektionen
und inneren Blutungen
• Achung! Die Erkrankung verläuft häufig tödlich!

• Leishmaniose
• Überträger: Sand-/Schmetterlingsmücken
• Risikogebiete: Süd- und Mitteleuropa
• Erkrankung: der Erreger befällt Leber, Milz und Knochenmark; er kann zu Nierenversagen führen;
als erstes fallen meist Haarausfall und andere Hautsymptome auf
• Achtung! Die Erkrankung ist nicht heilbar und kann tödlich verlaufen! Auch der Mensch kann
sich anstecken!!

Wenn ein „Südländer“ bei Ihnen einzieht oder schon eingezogen ist, erkundigen Sie sich unbedingt beim entsprechenden Tierheim oder bei der Vermittlungsorganisation, ob das Tier auf die oben genannten Erkrankungen untersucht wurde!
Lassen Sie sich nicht mit einer telefonischen Auskunft abspeisen sondern fordern Sie Einsicht in die Originaldokumente oder lassen Sie sich die Untersuchungsergebnisse schriftliche bestätigen (eindeutige Zuordnung über die Chip-Nummer Ihres Tieres; Untersuchung durch ein zugelassenes Labor etc.) !

Alle Hunde, die aus Südeuropa stammen, sollten unmittelbar vor oder bei Einreise sowie sechs Monate später durch eine Blutprobe untersucht werden!
Bedenken Sie bei der Anschaffung eines nicht-untersuchten Tieres, dass durch die notwendigen Laboruntersuchungen zusätzliche Kosten auf Sie zukommen!
Tiere, die mit in den Süden fahren, sollten mit geeigneten Mitteln vor Zecken und Mücken geschützt werden!



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